Behandlungsgrundsätze

Sie vertrauen uns Ihre Tochter oder Ihren Sohn an. Mit diesem Auftrag wollen wir verantwortungsbewusst, vertrauenswürdig und professionell umgehen. Wir wollen aber auch das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen erwerben, die Patientinnen und Patienten in unserem Hause sind. Viele von ihnen wären viel lieber zu Hause – gemeinsam mit unseren Patient*inn*en wollen wir Ziele und Wege finden, die den Aufenthalt der KJP bedeutsam machen. Diese Wege sollen dazu führen, die seelische Gesundheit Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes spürbar zu verbessern.


Kinderrechte

Vor zwei Jahrzehnten ist die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen unterzeichnet worden. Sie stärkt den Platz von Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Kinder haben ein Anrecht auf Erziehung, Schutz, Bildung – und seelische Gesundheit. Unsere Aufgabe ist es, junge Menschen und ihre Familien zu beraten, um diese Ziele zu erreichen. Die Beteiligung („Partizipation“) von Kindern und Jugendlichen soll sicherstellen, dass nichts über ihren Kopf hinweg entschieden wird, ohne dass sie darüber informiert sind. Entscheidungen fällen aber immer die Sorgeberechtigten – in der Regel die Eltern.

Elternrechte

Eltern haben Pflichten gegenüber ihren Kindern – und sie haben Rechte. Diese bleiben unangetastet, wenn Sie uns als Eltern den Auftrag geben, Ihre Tochter oder Ihren Sohn zu untersuchen, zu behandeln und Ihre Familie zu beraten.

Beziehung

Unsere Arbeit ist immer eingebettet in die Begegnung zwischen Menschen. Wir wollen Ihrer Familie und den jungen Patientinnen und Patienten persönlich, freundlich und mit Respekt begegnen. Erst wenn wir vertrauensvoll miteinander in Kontakt gekommen sind, haben Untersuchungen und Behandlungen ihren Platz.

Pädagogik

Kinder und Jugendliche finden bei uns ein therapeutisches Milieu vor. Untrennbar ist damit auch die Erziehungsaufgabe verbunden: Wir vermitteln Werte und Regeln und lösen Probleme gemeinsam mit unseren jungen Patientinnen und Patienten. Für diese Aufgaben benötigen wir Ihren Auftrag. Wir übernehmen dann bei Ihrer Tochter, Ihrem Sohn erzieherische Rollen während des Aufenthaltes in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, ohne Ihnen den Platz als Eltern streitig zu machen.

Therapeutische Grundsätze

Unsere Aufgaben in Diagnostik und Therapie gehen wir mit Respekt und Einfühlungsvermögen (Empathie) an. Wir widmen uns den jungen Menschen mit Achtsamkeit, ihr Wohlergehen liegt uns am Herzen. Unsere verhaltenstherapeutische Grundeinstellung gibt uns die Zuversicht, dass man Verhaltensweisen verändern kann. Patient*inn*en können Störendes verlernen und neue Verhaltensweisen einüben. Dabei arbeiten wir auch mit der Familie zusammen.

Multidisziplinäres Team

Viele verschiedene Berufsgruppen arbeiten in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen. Die unterschiedlichen Kenntnisse und Fertigkeiten ergänzen sich vielfach – sie sollen unseren jungen Patientinnen und Patienten zu Gute kommen. Die verschiedenen Expert*inn*en finden sich dabei immer in gemischten Teams zusammen. Gemeinsam versuchen wir, den besten Weg für Ihre Tochter oder Ihren Sohn zu finden.

Multikultureller Ansatz

In der Klinik kommen Kinder und Jugendliche aus vielen Kulturen, mit unterschiedlichen Sprachen zusammen. Gegenseitiger Respekt, Toleranz im Miteinander und Raum für die jeweils andere Haltung, Religion oder kulturelle Gewohnheit prägen unseren Alltag.
Auch das Behandlungsteam besteht aus Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund.

Transparenz

Was wir umsetzen, muss für Sie als Auftraggeber*in verständlich sein –genauso wie für die Kinder und Jugendlichen in der Klinik. Unser Handeln wollen wir erklären und begründen. Fragen dazu sind jederzeit willkommen.

Schweigepflicht

Ein Behandlungsteam muss sich austauschen, um das beste Ergebnis für unsere Patientinnen und Patienten zu erzielen. Nach außen hin schützen wir die Privatsphäre der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien. Die ärztlich-therapeutische Schweigepflicht verpflichtet uns dazu, Arbeitsinhalte vertraulich zu behandeln. Nur wenn die Sorgeberechtigten eine Erlaubnis erteilen, können wir uns mit Dritten austauschen. Wenn dies  erforderlich ist, bitten wir Sie gegebenenfalls um eine Entbindung von der Schweigepflicht.

Kontinuierliche Fortbildung

Damit wir den Kindern und Jugendlichen stets auf Basis des aktuellen Wissenstandes helfen können, bilden wir uns kontinuierlich fort. Theoretische und praktische Weiterbildungen, Kongressbesuche und Vorträge externer Referent*inn*en sind Bestandteil unserer Arbeit. In der praktischen Arbeit werden die jüngeren Fachkräfte regelmäßig von den erfahreneren Kolleg*inn*en beraten. Unser Ziel ist es, Ihnen „Gute Praxis“ anzubieten: Untersuchung, Behandlung und Pflege nach dem aktuellsten Wissensstand.

Beschwerdemanagement

Wenn Fehler passieren oder sich Missverständnisse einstellen, wollen wir mit Ihnen zusammen alles tun, um die Situation zu bereinigen. Hierzu haben wir den Umgang mit Beschwerden in der Klinik geregelt. Beschweren können sich alle Patientinnen, Patienten, Angehörige und Besucher*innen. Wenn sich die Angelegenheit nicht im Gespräch mit der Station und dem/der Therapeut*in regeln lässt, wird sich der Chefarzt um Ihr Anliegen kümmern. Auch Verbesserungsvorschläge sind willkommen! Sprechen Sie uns an!