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Jugendmaßregelvollzug startet Erweiterungsbau
Klingenmünster. Die Unterbringung von Patient*innen weiter verbessern und ein zeitgemäßes therapeutisches Milieu schaffen: Mit diesem Ziel wird der Jugendmaßregelvollzug des Pfalzklinikums erweitert. Im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz werden so künftig 30 statt wie bisher 20 stationäre Plätze zur Verfügung stehen.
Den ersten Spatenstich für das Bauprojekt feierte das Pfalzklinikum gemeinsam mit Nicole Steingaß, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit (MWG) Rheinland-Pfalz, und weiteren Kooperationspartner*innen aus der Region.
Für den Erweiterungsbau ist eine Bauzeit von vier Jahren vorgesehen. Kernstück des Bauprojekts ist ein Gebäudekomplex mit einem umschlossenen, begrünten Innenhof, der jederzeit für die Patient*innen zugänglich ist. Zudem wird eine Sporthalle für mehr Bewegung im hochgesicherten Bereich sorgen. Neben einer Trennung von geschlossenem Therapie- und offenem Rehabereich sieht das Konzept zudem mehr Platz für verschiedene Therapieansätze, persönlichen Rückzug, Schule und Ausbildung vor. Mit der Fertigstellung stehen dem Jugendmaßregelvollzug 2.319 statt wie bisher 1.307 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.
Im Jugendmaßregelvollzug des Pfalzklinikums werden Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 14 bis 21 Jahren behandelt, die aufgrund einer psychischen Erkrankung eine Straftat begangen haben. Um den Anforderungen moderner Therapieräume und einer altersgerechten und sicheren Unterbringung gerecht werden zu können, ist ein Erweiterungsbau am Standort Klingenmünster dringend notwendig. Damit kann maßgeblich zu einer erfolgreichen Therapie der Patient*innen beigetragen werden. Ziel der Behandlung ist es, die Jugendlichen und Heranwachsenden mit Therapie, Schule und Ausbildung wieder in die Gesellschaft einzugliedern und ein straffreies Erwachsenenleben zu ermöglichen.
„Wir freuen uns, dass wir nach intensiver Planungszeit jetzt mit dem Erweiterungsbau beginnen können“, sagen Dr. Wolfgang Weissbeck, Unterbringungsleiter sowie Leitender Arzt, und Ralf Dreisigacker, Pädagogisch-Pflegerischer Bereichsleiter im Jugendmaßregelvollzug. „Mit dem größeren Raumangebot können wir differenzierter behandeln und schutzbedürftigen Patient*innen besser gerecht werden.“
Auch Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke ist der neue Bau ein Anliegen: „Mit dem Erweiterungsbau können wir mehr Patient*innen aufnehmen und die Bedingungen für die Therapie verbessern. Ziel ist es, dass die Patient*innen nach der Behandlung wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden und ein straffreies Leben führen. Mit dem neuen Gebäude können wir dieses Ziel noch besser erreichen.“
Hans-Ulrich Ihlenfeld, Bezirkstagsvorsitzender und Vorsitzender des Verwaltungsrats des Pfalzklinikums ergänzt: „Für uns als Bezirksverband Pfalz und Träger des Pfalzklinikums ist dies ein wichtiges Signal für die Region und unseren Auftrag im Maßregelvollzug. Mit Hilfe des Landes können wir unsere Ideen und Konzepte für einen modernen Jugendmaßregel-vollzug umsetzen und attraktive Angebote und Arbeitsplätze schaffen.“
Die Gesamtkosten für den Erweiterungsbau belaufen sich auf rund 24,2 Millionen Euro. Diese trägt das Land Rheinland-Pfalz.
„Mit großer Zuversicht und Freude begrüße ich den Neubau der Jugendforensik. Wir investieren bewusst in dieses wichtige Projekt, weil wir davon überzeugt sind, dass es den betroffenen Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet, unsere Einrichtungen stärkt und die bedeutende Rolle der forensischen Psychiatrie im gesamten Versorgungssystem nachhaltig unterstreicht“, so Staatssekretärin Nicole Steingaß. „Die modernen Räumlichkeiten für Therapie, Bildung und Betreuung schaffen bessere Bedingungen für die Jugendlichen und helfen, die bisher beengten Unterbringungsmöglichkeiten zu entzerren. Mit dieser gezielten Investition eröffnen wir den jungen Menschen neue Perspektiven und legen die Basis für ein selbstbestimmtes Leben.“
Nachhaltigkeit im Bauprojekt
Neben der Verbesserung der Unterbringung und Therapiemöglichkeiten spielen auch Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eine große Rolle im Bauprojekt. Eine Geothermieanlage sorgt für Wärme im Winter und Kühlung im Sommer. Eine passende Isolierung sorgt dafür, dass die Raumtemperatur konstant bleibt und Energie eingespart werden kann. Zudem sind die Begrünung von Dächern, die das Gebäude kühlen, sowie eine Photovoltaikanlage geplant. Am Bau werden außerdem mineralische, recyclingfähige Dämmstoffe und wiederverwendeter Beton eingesetzt.
Zum Hintergrund: Was ist Jugendmaßregelvollzug?
Der Jugendmaßregelvollzug ist eine Abteilung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und die einzige Einrichtung ihrer Art in Rheinland-Pfalz. Hier werden Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie Heranwachsende bis 21 Jahre behandelt, die im Rahmen einer psychischen Erkrankung oder Suchterkrankung eine Straftat begangen haben. Die Patient*innen sind nach dem Jugendgerichtsgesetz untergebracht und von einem Gericht als schuldunfähig oder eingeschränkt schuldfähig beurteilt. Daher vollziehen sie keine Haftstrafe nach Jugendstrafrecht im Gefängnis. Die Unterbringung und Behandlung erfolgt auf richterliche Anordnung. Ziel der Behandlung ist es, den Jugendlichen mit Therapie, Schule und Ausbildung auf ein straffreies Erwachsenenleben vorzubereiten.
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